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Mami Wata

Mami Wata (von engl. mamma water; dt. Mutter des Wassers) ist ein weiblicher Wassergeist, der im Westen Afrikas sowie in der afrikanischen Diaspora in der Karibik und im Süden der USA unter den Namen Mami Wata (Westafrika), Watramama (Surinam, Guyana), Yemanya (Brasilien, Kuba), La Sirène, Erzulie, Simbi (Haiti, Louisiana) verehrt wird.
Wie alle Wassergeister, hat auch de Mutter des Wassers einen ambivalenten Charakter. Einerseits wird sie wegen ihrer heilenden und lebensspendenden Kraft verehrt. Andererseits fürchtet man sie wegen ihrer Macht, Krankheiten zu verursachen.
Darstellungen zeigen dieses Geistwesen als ausgesprochen schöne und verführerische Frau mit brauner Haut, langen schwarzen Haaren und einer um den Hals gewundenen Schlange. Die heute übliche Darstellung geht zurück auf ein 1887 für Carl Hagenbeck, Hamburg, entworfenes Zirkusplakat, das eine Schlangenbeschwörerin aus dem ehemals deutschen Schutzgebiet Samoa zeigt. Das bei Voodoo-Praktikern beliebte Bild wird bis heute in grossen Mengen nachgedruckt. Seine Verbreitung hat viel zur Standardisierung der Darstellung von Mami Wata beigetragen (Van Stipriaan). 

Literatur:
VAN STIPRIAAN, Alex: Watramama/Mami Wata: "Three Centuries of Creolization of a Water Spirit in West Africa, Suriname und Europe", in: Matatu - Journal for African Cuture and Society. Ausgabe vom 1.11.2003, Vol. 27, Nr. 1, S. 323-337. 


Mami Wata. Farbdruck nach einem Zirkusplakat aus dem Jahre 1887.
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