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Titistein von Seengen - Wohnort der Seelen Ungeborener 

In vorchristlicher Zeit wurden auffallend grosse und exponiert liegende Steine kultisch verehrt. Nach der Auffassung des Volkes standen diese Steine an der Schwelle, die das Diesseits vom Jenseits trennte. Bewacht wurden die Zugänge zum Reich der Schatten von Zwergen und Kobolden. Nur wenigen Menschen ist es der Sage nach gelungen, die schlauen Zwerge zu überlisten und einen Blick in die jenseitige Welt zu werfen.
Bei diesen Steinen „holten“ die Hebammen die Seelen der Neugeborenen. Ein Beispiel dafür ist der „Chindlistein“ bei Retschwil im Seetal. Ein besonders grosser und auffälliger Stein befindet sich nördlich des Hallwilersees im „Tannwald“, einem Waldstück oberhalb der aargauischen Gemeinde Seengen. Seit jeher nennt ihn das Volk „Titistein“. Titi oder Titti ist der umgangssprachliche Name für eine Puppe. Nach einer Quelle von 1541 werden aber auch Neugeborene und Wickelkinder als Titti bezeichnet.

Weitere Informationen:
http://www.erratiker.ch/


Titistein von Seengen (Bild Kurt Lussi)
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