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Die Alraune - eine alte Zauberpflanze

Die Heimat der echten Alraune (Mandragora officinarum L.) ist der östliche Mittelmeerraum, wo sie bereits in der Antike eine grosse Bedeutung als Ritualpflanze, Rausch- und Heilmittel hatte. Besonders in den Wurzeln enthält die Alraune betäubend wirkende und willenlos machende Nervengifte. Bis in die Neuzeit wurde daher den zum Tode Verurteilten Alraunenwein verabreicht, um sie für die Vollstreckung des Urteils gefügig zu machen.
Wohl zu Recht wird die geheimnisvolle Alraune ihrer Wirksamkeit wegen als „Königin aller Zauberkräuter“ bezeichnet. Es ist daher wenig verwunderlich, dass man ihre Wurzeln bei uns für teures Geld handelte. Dementsprechend oft wurden an Jahrmärkten denn auch falsche Alraunen angeboten. 1562 kam in Luzern eine Diebesbande in Haft, die aus Lilienwurzeln hergestellte falsche Alraunen bei sich führte. Gemäss den Vernehmungsakten war es ihr gelungen, in Willisau eine der falschen Wurzeln für sieben Golddukaten zu verkaufen.

Literatur:
Rätsch,
Christian: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. Botanik, Ethnopharmakologie und Anwendungen. Mit einem Vorwort von Albert Hofmann. Aarau 1998, S. 344-357.


Wurzelstücke der Alraune (Bild Kurt Lussi)
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