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Die hl. Apollonia - Fürbitterin bei Zahnleiden

In einer Zeit, da die Mundhygiene nahezu gänzlich fehlte, waren Zahnschmerzen weit verbreitet und vom Volk gefürchtet. Das ist verständlich wenn man bedenkt, dass das Ziehen von Zähnen früher keine Doktorarbeit war. Stattdessen ging man zu einem Bader, Scherer oder Wagner, der die schadhaften Zähne nicht zog, sondern mit einer Zange herausbrach.
Manch einer mag angesichts dieser unangenehmen Tatsachen alles Mögliche – Heiliges wie Unheiliges – versucht haben, bevor er sich endlich entschloss, einen selbsternannten Tokter aufzusuchen. Besonders beliebt war der Gang zu einem der vielen Zändwehchäppeli, in denen die hl. Apollonia verehrt wurde.
Die Rolle als Patronin der Zahnleidenden geht zurück auf ihr Martyrium. Die Legende berichtet, man habe ihr die Zähne mit einer Zange ausgerissen. Die hl. Apollonia wird daher mit Zange und Zahn dargestellt. Ihr Festtag ist der 9. Februar.

Literatur:
Lussi, Kurt: Dämonen, Hexen, Böser Blick. Krankheit und magische Heilung im Orient, in Europa und Afrika. Aarau 2011, S. 130-134.


Die hl. Apollonia. Ölmalerei auf Holz, 2. Hälfte 19. Jh. (Bild und Sammlung Museum Klösterli im Schloss Wyher, Ettiswil, Schweiz)
 
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